Unterwegs für die Maus

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Unterwegs für die Maus

Wir sind wieder unterwegs. Nur eine Stunde Zeitunterschied entfernt, aber trotzdem richtig weit weg – 8788 km Luftlinie: Südafrika.

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    Heute vormittag haben wir die letzten Szenen mit der Familie gedreht und uns dann verabschiedet. Es war sehr herzlich.

    Gugulethu, die große Schwester von Siyabonga, hat erzählt, dass sie anfangs sehr skeptisch war, als sie hörte, dass ein Kamerateam mit ihrer Familie drehen würde – ein Kamerateam, das nur aus Weißen besteht. „Wieso?“, wollte ich wissen. Sie erzählte, was ihr letztens an der Uni passiert war. Sie fragte eine andere Studentin nach der Uhrzeit und bekam keine Antwort. Sie dachte, die andere Studentin hätte sie vielleicht nicht gehört und fragte noch einmal. Keine Antwort, die Studentin sah sie an und drehte sich ohne ein Wort weg. Sie war weiß – und Gugulethu schwarz. Obwohl es Apartheid offiziell nicht mehr gibt, ist sie anscheinend inoffiziell immer noch weit verbreitet.

    Deshalb, erzählte Gugulethu, sei sie doppelt überrascht gewesen, als sie merkte, wie normal wir – Team nur aus Weißen – mit ihr und ihrer Familie redeten und umgingen. Das habe sie richtig gefreut. (Uns natürlich auch.)

    Und als sie das sagte, ist mir aufgefallen, wie die Menschen hier in Mamelodi reagierten, wenn wir aus unserem Auto stiegen: Die meisten schauten uns an, fragten sich wahrscheinlich, was die Weißen im Township machen und sahen immer eher grimmig aus. Aber jedes Mal, wenn wir freundlich lächelnd diesen Leute zuwinkten, war es so, als würde ein Schalter umgelegt werden: Die Menschen lächelten zurück, winkten, kamen auf uns zu und unterhielten sich mit uns. Wir erzählten, wer wir sind, woher wir kommen und was wir machen. Es kann ein glücklicher Zufall sein, aber es gab in den letzten acht Tagen keine Situation, in der wir uns unsicher oder bedroht gefühlt hätten. Abgesehen von dem einen Abend, als Katja den Panik-Knopf drückte.

    Südafrika war toll. Und obwohl es vielleicht noch ein paar Jahr(zehnt)e dauern wird, bis die Menschen ganz normal miteinander umgehen – egal wie sie aussehen – gibt es doch schon erste Anzeichen, dass sich schwarz und weiß einander nähern: Im Supermarkt in der Nähe unseres Hotels in Pretoria stehen neben den Kühltheken Heiztheken. Das ist an sich nicht weiter erwähnenswert. Aber interessant ist, dass in einer dieser Heiztheken genau die weichen, mit Ei, Käse und Pommes Frites gefüllten Brote in Plastiktüten zum Verkauf angeboten werden, die wir gestern in Mamelodi gegessen haben.

    Tagged: Südafrika

    Posted on February 12, 2010 with 2 notes

    1. ennnnno liked this
    2. smdm posted this

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