Unterwegs für die Maus

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Unterwegs für die Maus

Wir sind wieder unterwegs. Nur eine Stunde Zeitunterschied entfernt, aber trotzdem richtig weit weg – 8788 km Luftlinie: Südafrika.

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  • Siebter Tag

    Heute war der letzte volle Drehtag hier in Pretoria Schrägstrich Tshwane. Und was haben wir gemacht? Fast Foot gegessen. Wobei mir das ehrlich gesagt doch so schwer im Bauch lag, dass ich eher langsamer als schneller wurde.

    Aber bevor ich mit dem Essen weitermache, kurz noch eine Erklärung, warum die Hauptstadt von Südafrika manchmal Pretoria und manchmal Tshwane genannt wird.

    Pretoria hieß die Stadt viele Jahre lang – und steht heute irgendwie immer noch für die Regierung, die die strikte Trennung von schwarz und weiß zum Gesetz machte. Der Name hat also für manche Menschen einen unguten Nebengeschmack.

    Als dann Schluss mit der Apartheid war, kam die Idee auf, neben all den anderen Neuerungen auch der Hauptstadt einen neuen Namen zu geben. Sie sollte Tshwane heißen. Das bedeutet soviel wie „Wir sind alle gleich“.

    Aber so eine Namensänderung ist nicht immer unproblematisch. Ich weiß, wovon ich rede. Für Leute in meinem Alter ist Ralph vielmehr eine Gruppenbezeichnung als ein Name für eine Einzelperson – es gibt so viele von uns. Ich wollte etwas eigenes und unverwechselbares, ich wollte Elvis heißen. Der Standesbeamte hatte nicht mal ein müdes Lächeln für mich übrig. Und inzwischen ist mir auch klar geworden, dass Elvis schon besetzt ist.

    Jedenfalls: In Südafrika gibt es Leute, die lieber Pretoria als Namen behalten wollen. Außerdem kostet es natürlich eine Menge Geld, alle Schilder und das ganze Briefpapier zu ändern. Deshalb ist es zur Zeit so, dass der Stadtkern weiterhin Pretoria genannt wird, aber der Name des Distrikts Tshwane ist.

    Neben Pretoria gibt es auch noch das Township Mamelodie – da drehen wir die meiste Zeit. Und da essen wir auch. Heute haben wir bei einem Schnellimbiss eine kleine Mahlzeit bestellt. War waren uns zuerst nicht sicher, ob wir es wirklich wagen sollten, aber dann sagten wir uns: „Komm, was soll’s! Der Fast-Food-Stand sieht doch ganz vertrauenserweckend aus!“ – Es handelte sich um einen engemauerten Wohnwagen mit einer als Verkaufsklappe umfunktionierten Tür, die allerdings geschlossen war.

    Es gab eine große Karte, die wir alle lesen, aber trotzdem irgendwie nicht verstehen konnten. Wir bestellten und hatten keine Ahnung, was uns erwarten würde. Was uns nach ungefähr 25 Minuten Wartezeit überreicht wurde, war ein weiches, großes Brot, gefüllt mit Spiegelei, geschmolzenem Käse und Pommes Frites, fingerfreundlich in einer kleinen, durchsichtigen Plastiktüte eingepackt. Es war sehr lecker und sehr schwer. Ich bin froh, dass wir nicht heute Abend wieder nach Hause fliegen. Wir hätte sonst wahrscheinlich für unser übermäßiges Gewicht bei der Fluggesellschaft saftig nachzahlen müssen.

    Tagged: Südafrika

    Posted on February 11, 2010 with 2 notes

    1. hauptstadt liked this
    2. smdm posted this

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