Unterwegs für die Maus

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Unterwegs für die Maus

Wir sind wieder unterwegs. Nur eine Stunde Zeitunterschied entfernt, aber trotzdem richtig weit weg – 8788 km Luftlinie: Südafrika.

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  • Sechster Tag

    Als ich heute morgen aufgestanden bin, habt ihr euch wahrscheinlich noch mal ganz gemütlich im Bett umgedreht. Es war 4 Uhr morgens Ortszeit, also 3 Uhr morgens in Deutschland.

    Heute stand die Schule auf dem Programm - und zur Schule muss man pünktlich sein. Um halb acht heulte eine Sirene, die ich von Deutschland nur als Feueralarm kannte. Hier an der Schule, an der wir drehten, war es die Schulglocke.

    Das Tor zum Innenhof der Schule wurde geschlossen und alle Schüler stellten sich auf dem Hof ganz ordentlich in Reihen auf. Das heißt, nicht alle Schüler. Denn alle Kinder, die beim Heulen der Sirene noch nicht im Innenhof waren - also alle Zuspätkommer - standen vor dem Tor, wurden von einem Lehrer in Empfang genommen und in ein großes dickes Buch eingetragen. Währenddessen machten alle pünktlichen Schüler und ich Turnübungen auf dem Schulhof und hörten den Ankündigungen zu, die die Lehrer machten. Dann wurde noch ein bisschen gesungen, und jeder ging zu seinem Klassenraum.

    Die Klassen sind ziemlich groß. In der Klasse, in der wir drehten, waren es 51 Kinder. So viele Kinder auf einen Haufen können ganz schön laut sein. Aber die Lehrerin hatte sie ganz gut unter Kontrolle. Wenn sie sagte, jetzt sollten alle mal ruhig sein, dann waren alle mal ruhig. Ganz anders als bei mir: Ich hab es mit dem Schweigetier versucht. Das Schweigetier ist natürlich kein richtiges Tier, es ist nur ein Handzeichen. Die Kuppen von Mittel- und der Ringfinger liegen auf dem Daumen und der Zeige- und der kleine Finger ragen ausgestreckt nach oben. Wer dieses Zeichen vor Grundschülern in Deutschland macht, wird erstaunt sein, wie schnell die meisten ganz leise werden. Hier in Südafrika hat es nicht ganz so gut funktioniert. Aber wenigsten haben alle fröhlich über meine Handverrenkung gelacht.

    Apropos Hand – ich habe heute gelernt, wie man hier mit den Fingern zählt. Man streckt  nicht zuerst den Daumen hoch und danach Zeige-, Mittel-, Ring- und kleiner Finger – für eins, zwei, drei, vier und fünf –, sondern macht es umgekehrt, wie es sich für die Südhalbkugel gehört. Das heißt, wenn man zählt, wird zuerst der kleine Finger gestreckt – der Daumen hält dabei die anderen Finger fest. Das ist die Eins. Für die Zwei streckt man dann auch noch den Ringfinger. Dann kommt der Mittelfinger – die Drei –, dann der Zeigefinger – die Vier – und zum Schluss erst der Daumen. Wenn man hier nur den Daumen streckt, dann bedeutet das „sechs“. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn die „Sechs“ und „Daumen“ sind hier ein und dasselbe Wort.

    Wie gut doch so ein Tag in der Schule ist – wieder mal was gelernt.

    Tagged: Südafrika

    Posted on February 8, 2010 with 1 note

    1. smdm posted this

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